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Die Kraft des Hässlichen - Wege zur eigenen Kreativität

„Mal doch mal ein hässliches Bild!“ Diese Aufforderung verwirrte mich zutiefst. Ein hässliches Bild malen? Ganz bewusst? Alles in mir wehrte sich gegen die gestellte Aufgabe. Wollte ich doch ein „schönes“ Bild malen. Ein Bild, das Anerkennung findet und meinen Ansprüchen und denen meiner Umgebung genügte. Es sollte eingerahmt und an die Wand gehängt werden.  „Ich häng mir doch nix Hässliches an die Wand“, dachte ich. Vor lauter Empörung hatte ich laut gedacht und das Gelächter der Kursleiterin klingt heute noch in meinen Ohren.  Wie kam es zu dieser merkwürdigen Aufforderung?  Blockaden gehören zum Malprozess Ich war mal wieder in die Falle getappt. Nach einigen Jahren sprudelnder Kreativität waren die alten Sätze wieder aufgetaucht: „Ich kann nicht malen.“ „Wirklich, Kind, du nimmst besser keinen Stift in die Hand.“ „Das wird leider nur ein Befriedigend.“ „Kunst ist nicht so dein Fach.“ „Guck mal, wie schön die anderen malen können.“ Die Liste ist endlos. Kommt dir bek...
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Manch ein Engel

Manch ein Engel schleicht sich auf leisen Sohlen in deinen Alltag. Er schenkt dir ein Lächeln im Gewirr des Supermarktes, schickt dir eine Katze, die um deine Beine streicht oder ein Kinderlachen von der Straße. Manch ein Engel überfällt dich hinterrücks mit einem plötzlichen, ganz und gar unbegründeten Anflug von Lebensfreude oder mit einem kleinen Lied, das sich unbemerkt auf deine Lippen schleicht. Manch ein Engel kommt mit Lärm und Hammerschlägen, Er erschüttert dein Leben und du möchtest ihm am liebsten die Tür weisen. Doch wenn er geht, nimmt er Schutt und Geröll mit sich. Manch ein Engel tut nichts, als deine Hand halten, weil ihm sonst nichts einfällt und er spürt, dass du deinen Weg nicht allein gehen kannst.

Raum und Zeit

Raum und Zeit sind das Zelt, in dem mein Leben stattfindet. Wenn ich darüber nachdenke, wie wenig statisch Raum und Zeit sind, suche in den Punkt, der mich in diesem wirbelnden Durcheinander hält. Vielleicht hat sich die Philosophie der Achtsamkeit deshalb entwickelt. Wirklich sicher ist nur der gegenwärtige Augenblick. In dieser kurzen Spanne, suche ich den Raum, in dem sich meine Seele entfalten kann. Dieser Wimpernschlag der Zeit ist das, was ich wahrnehmen kann. Doch auch in diesem Wimpernschlag vergeht die Zeit nicht linear. Nicht einmal dort. Auch der Raum, den ich einnehme ist nicht klar definiert. Was ist Raum? In diesem einen Augenblick sitze ich am Computer und schreibe. Der Raum um mich herum besteht aus meinem Zimmer und dem Wald vor dem Fenster. Es ist ein friedlicher, beschützender Raum. Der Wald ist Wasserschutzgebiet und kein Wirtschaftswald, das uralte Haus ist wie eine Umarmung, die Schutz und Zuneigung schenkt. Doch der Raum um mich herum ist ja viel weiter. M...

Die 12. Rauhnacht - Licht

Die 12.Rauhnacht schließt den Kreis. Ihr ist die Energie des Dezembers zugeordnet, der gerade erst hinter uns liegt. Es ist der dunkelste Monat, aber auch der Monat der Sonnenwende. Das Weihnachtsfest, das heute an die Stelle uralter Sonnwend- und Lichterfeste gerückt ist, feiert den Anbruch einer neuen Zeit. Die Dunkelheit ist zu Ende und das Licht übernimmt im Jahreskreis wieder die Führung. Warten auf das Licht, Rückschau halten und Ausrichtung auf das Neue sind die Geschenke des Dezembers. Vor oder in der letzten Rauhnacht (die Nacht vom 5. auf den 6. Dezember) nimm noch einmal diese Zeit ins Visier. Wie hast du dich gefühlt, bevor du die Zeit der Rauhnächte begonnen hast? Wie fühlst du dich heute? War es eine Last, sich jeden Tag Zeit zu nehmen, die Energie der entsprechenden Nacht aufzunehmen oder ein Geschenkt? Bist du deiner inneren Sehnsucht auf die Spur gekommen? Gib dich in dieser Nacht ganz dem Gefühl hin, aus der Dunkelheit ins Licht zu treten. Gehe diesem stärke...

Die 11. Rauhnacht - Wandel

Die 11.Rauhnacht ist der Energie des Novembers anvertraut. Der November ist ein Monat, den viele Menschen fürchten wegen seiner Tristesse, den vielen dunklen Nebeltagen und dem nahenden Winter. Es ist sicher kein Zufall, dass es der Monat der Totengedenktage ist. Die Natur hat sich von der Zeit des Wachsens, der Saat und der Ernte verabschiedet. Abende im Freien, Ausflüge in die Natur und andere Freuden des Sommers sind zu Ende und das Leben spielt sich vorwiegend in Innenräumen ab. Die wenigen Farben, die Dunkelheit und Kälte, die noch nicht von den Adventskerzen erhellt ist, lassen uns unsere Trauer ganz besonders schmerzlich spüren. Es ist aber auch eine Zeit des Rückzugs. Bäume und Blumen haben sich in ihr Innerstes zurückgezogen und ihre Knospen oder Zwiebeln noch fest verschlossen. Der Rückzug in uns selbst, das Langsamer-Werden der Zeitabläufe und die wenigen Gelegenheiten einander zwanglos zu begegnen, geben uns die Möglichkeit, unser Leben in Ruhe zu betrachten. D...

Die 10. Rauhnacht - Frieden

Die zehnte Rauhnacht steht im Zeichen des Oktobers. Der Sommer hat sich endgültig verabschiedet, die Ente schenkt uns Früchte in Hülle und Fülle und die Natur beginnt, sich in sich selbst zurückzuziehen. Noch einmal bekommen wir Sonne und eine Komposition von Farben geschenkt, die Herz und Auge glücklich macht. Der kommende Winter greift schon nach uns und wir lernen, die aufkommende Dunkelheit anzunehmen. Die Saison ist vorbei und wir können nichts verpasstes zurückholen. Die Ernte ist, wie sie ist. Gedanken darüber, was wir besser gesät hätten, wie das Wetter hätte sein sollen, lohnen nicht. Auch zu Beginn des neuen Jahres drängt sich die Einsicht auf, dass wir das Vergangene nicht zurückholen können. Bleibe nicht dabei stehen, über Fehlentscheidungen oder verpasste Chancen nachzudenken. Hadere nicht damit, dass alles so geworden ist, wie es nun einmal ist. Alles, was du erlebt hast, gehört zu dir, es sind deine Erfahrungen, die zu Wachstum, Weisheit und Reife führen. Durch a...

Die 9. Rauhnacht - Geduld

Die neunte Rauhnacht ist dem September nahe. Der September ist ein Monat, in dem der Sommer zwar schon vorbei ist, aber noch nachklingt. Es gibt noch warme Tage, der Regen wird schon mehr und es wird kälter. Die Hitze des Hochsommers ist vorbei, die Ernte hat begonnen, aber bis die Äpfel reif sind, müssen wir uns noch gedulden. Es ist ein langsamer Wechsel von der Hitze und Trockenheit zu den bunten Farben des Oktobers. Auch am 2. Januar ist das alte Jahr vergangen, klingt aber noch nach. Auch wenn wir Altes loslassen konnten, müssen wir noch langsam in das neue Jahr hineinwachsen. Du kannst dich in die Energie des Neubeginns einschwingen, aber lass dir Zeit dabei, in die Aktivität zu kommen. Abschied nehmen braucht Zeit und neue Wege sind mitunter schwierig. Gönn dir diese Zeit. Lege immer wieder Pausen ein. Übe dich im Nichtstun. Schau zwischendurch aus dem Fenster, starre Löcher in die Luft, atme genüsslich ein und aus, mache Pausen. Es tut gut, die Seele langsam nachkommen z...